Der Deckel vom Marmeladenglas oder warum Widerstand zwecklos ist

Ich hatte neulich wieder mal so eine Phase… da war alles einfach nur anstrengend! Es begann schon morgens mit dem Wecken der Kinder, die alles andere als zügiges Anziehen und Frühstücken im Sinn hatten, um pünktlich in der Schule anzukommen… nein, sie sind morgens stets im Spielmodus. Stehen auf und sind begeistert! (So eine Frechheit aber auch! ;))
Ich kann mein Hirn vor Müdigkeit noch gar nicht richtig wahrnehmen – geschweige denn es benutzen und um mich herum die reine Inspiration…dazu kommt ein ständiges „Mama!“ gefühlt alle drei Sekunden. Ich, davon gestresst, was dazu führt, dass mir ständig alles aus den Händen fällt und wiederum noch mehr Unmut über die Gegebenheiten auslöst.

Nach der stressigen Morgenroutine, die Kinder sind inzwischen in der Schule bzw. Kita, mein Mann ist aus dem Haus, der Hund wurde bewegt… – ich völlig platt. Als hätte ich schon einen kompletten Arbeitstag hinter mir – dabei ist es erst zehn Uhr vormittags. Ich also wieder verärgert, diesmal darüber so müde zu sein, hatte ich mir doch vorgenommen, heute was für mein Business zu tun und kreativ zu sein… Pustekuchen! Nichts geht mehr. Völlig ausgegnockt.
Aus Erschöpfung verbummle ich nun meinen NUR MIIIIIR zur Verfügung stehenden Vormittag, den ich so gerne für meine Businessvorbereitung genutzt hätte!!!! Ich ertappe mich dabei, wie ich alle zum Täter mache: Wären meine Kinder nicht so anstrengend und Loreas Behinderung macht es mir ja auch so schwer…, wäre mein Mann morgens organisierter, wäre der Hund nicht so temperamentvoll (haben junge Hunde ja mal so gar nicht an sich…), alle anderen sind schuld und haben es sicher viel leichter als ich. Die erfolgreicheren Unternehmerinnen als ich, haben bestimmt alle Großeltern, die sie unterstützen, oder sind schon so vermögend aufgewachsen, dass sie sich eine Dauernanny leisten können…etc. Es geht sogar soweit, dass ich genervt davon bin, den Deckel des Marmeladenglases wieder zuschrauben zu müssen! – was für eine sinnlose Aktion! Brauch ich doch eh demnächst wieder – wozu also muss man solche bescheuerten Gläser wieder zuschrauben – reine Schikane! Am besten findet sich jemand anderer (und damit ist gaaar nicht mein Mann gemeint) der diese blödsinnigen Tätigkeiten im Haushalt übernimmt!
So. Der Vormittag ist rum – Zeit also, die Kinder abzuholen. Ach Shit, der Hund muss noch raus! Xabier kommt heute erst sehr spät, also MUSS ich DAS AUCH NOCH übernehmen…

Gut. Nehme ich den Hund eben mit ins Auto und…SHIT! Das Hundegitter ist noch nicht wieder im Auto befestigt! … an dieser Stelle schicke ich meinem geliebten Mann noch ein paar Flüche hinterher, warum er das denn nicht schon längst wieder eingebaut hat. Okay…Hundegitter einbauen…eigentlich keine so schwierige Aufgabe, jedoch mit so viel Widerstand UNGLAUBLICH SCHWIERIG zu bewältigen!!! Ich, vor mich hin fluchend und fast das Auto demolierend vor Wut, baue das Hundegitter ein, meine Nachbarin geht vorbei und fragt, durch mein lautes Fluchen hindurch, vorsichtig, ob sie mir helfen kann. Ich fühle mich etwas ertappt und sage freundlich: „Nein, geht schon, danke!“…Hat am Ende auch geklappt. Hm. War eigentlich gar nicht so schwer. Mist. Ich weiter meinen Verstand beobachtend, der sich nun mit der Frage beschäftigt, wie er die Aufgabe des Hundespaziergangs jetzt am besten bewältigt…: Nur mit Lorea…und danach hole ich Amaya ab…Nein, ich gehe mit beiden Kindern, das Wetter ist so schön, die sollen doch beide an die frische Luft…nein doch nicht. Hund und zwei Kinder = Anstrengung. Blöder Hund. Okay. Nein. Ich gehe erst mit dem Hund, hole dann Lorea und danach Amaya. Nein. Es ist schon so spät, ich möchte nicht, dass die Kinder so lange wegbleiben müssen. Also, doch Hund und Kinder. Nein. Ich hole erst Lorea, gehe dann kurz mit dem Hund (der muss langsam auch echt raus – die Zeit vergeht bei solchen schwierigen Überlegungen wirklich äußerst schnell…) und hole danach Amaya, und wir gehen dann alle zusammen spazieren. Gut. So wird es gemacht. Ich hole Lorea, dann Amaya, dann Spaziergang mit Willow. Endlich im Naturschutzgebiet angekommen, die Sonne scheint noch – soooo wunderbar! Entspannung!!! Endlich!… … … Nichts da!… Mein Verstand hört nicht auf mich zu piesacken. „Amaya, warum musst Du denn immer überall hochklettern? Kannst Du nicht einfach nur ruhig spazieren gehen???“, hör ich mich sagen ( vor allem „ruhig“ – ich die „Ruhe“ in Person!…). Langsam fange ich an mir Sorgen zu machen und erschrecke mich vor mir selbst…was ist nur los mit mir? Wozu all dieser Widerstand??? Damit hat es jetzt ein Ende.

Beim Untersuchen der Frage „Wozu dient mir der Widerstand“ komme ich mir wie folgt auf die Schliche: Ich habe mir lange Widerstand in mein Leben eingeladen, um es schwer zu haben. So konnte ich immer sagen „Es ist ja so anstrengend“. Und diese Anstrengung gab mir die Rechtfertigung dafür, immer wieder auszusteigen, in Rückzug zu gehen und keine Bedingungen erfüllen zu müssen – ich habe ja eh schon so viel getan, warum muss ich jetzt denn auch noch Bedingungen erfüllen!?! …
Das kann man so machen, es begrenzt einen leider eben nur deutlich in seinen Ergebnissen. Und nicht nur das, es beschwert Dich auch in Deiner Lebensqualität und ist unglaublich anstrengend!

Durch weiteres hinterfragen, kam ich mir dann auch auf die Schliche, was ich eigentlich über „Bedingungen erfüllen“ dachte. Ich fand, Bedingungen erfüllen ist anstrengend. Vermeintlich war für mich keine Bedingungen erfüllen zu wollen leichter – Dabei war es im Widerstand zum Bedingungen erfüllen doch unglaublich viel mehr anstrengend! Das ging sogar soweit, dass ich dachte: für Erfolg gilt es dann ja noch mehr Bedingungen erfüllen! – Also lieber schön klein spielen… – Aber hier kommt die schlechte Nachricht: Das Leben setzt Bedingungen erfüllen einfach voraus. Du kommst zu keinem Ergebnis, ohne vorher irgendeine Bedingung erfüllt zu haben. Selbst, wenn Du einfach nur ein Glas Wasser trinken willst, gilt es vorher aufzustehen, dir ein Glas zu holen, das Wasser einzufüllen…etc. – oder Du musst Dir ein Wasser bestellen, wenn Du es nicht selbst holen willst. Aber, es setzt immer zu erfüllende Bedingungen voraus! Wenn Du also bestimmte Ergebnisse in Deinem Leben haben willst, gilt es, die Bedingungen für das gewünschte Ergebnis zu erfüllen. Und wenn Du die Bedingungen für das gewünschte Ergebnis noch nicht kennst, gilt es, diese herauszufinden – Jeder Widerstand zu Bedingungen erfüllen ist also zwecklos. Außer, Du hast nicht vor ein beschwingtes und erfolgreiches Leben zu führen, was völlig okay ist. Ich für meinen Teil habe die Absicht im Genuss und in Begeisterung mein Leben zu leben und alle Bedingungen für Erfolg und Erfüllung herauszufinden und mit Hingabe zu erfüllen. Seit dieser Erkenntnis bin ich wieder im Hier und Jetzt – mir ist auch aufgefallen, dass der Widerstand verhindert im Jetzt zu sein! Denn Dein Verstand ist dann immer nur damit beschäftigt, dass es anders sein sollte.

Ich bin wieder begeistert und beschwingt! Ich genieße die Zeit mit meinem heldenhaften Mann (wer so eine Frau, wie ich sie manchmal bin, an seiner Seite hat, ist weit mehr als ein Held! 😉 – und – für alle die das jetzt als Abwertung lesen, so meine ich es nicht – es ist auch völlig in Ordnung mal im Widerstand zu sein!! ), mit unseren wundervoll kreativen Kindern, die mir jetzt wieder viel leichter folgen dürfen – Denn Kinder spiegeln einem nur den eigenen Widerstand. Auch die Arbeit ist wieder im Flow und die Ergebnisse sprechen für sich. Und zu guterletzt – unser Hund ist ganz wunderbar, so lebensfroh wie er ist. Ich bin glücklich und dankbar, dass ich mir meiner Gedanken immer wieder bewusst werde und so zu neuen Erkenntnissen zu gelangen kann, die mir ermöglichen wieder neu zu wählen.

Hab einen hingebungsvollen Tag und – Shine on! Du bist wundervoll!
Deine Lisa
P.S.:
Wenn Du Lust auf neue Ergebnisse in Deinem Leben hast, melde Dich gerne bei mir für ein Coachinggespräch oder ein kostenfreies Infogespräch! – Ich freue mich auf Dich!